22.12.2021

Agiles Marketing in 2022 - Diese 5 Trends solltest Du kennen

von Stefan Huber und Birgit Kölliker

Die Welt dreht sich auch im Marketing immer schneller. Die Pandemie hat die digitale Transformation beschleunigt und fordert auch Marketing Teams enorm. Expert*innen geben in diesem Beitrag Tipps und wagen den Blick in die Glaskugel. Diverse Trends werden das Marketing in 2022 beeinflussen. Wir haben ein paar davon herausgesucht und uns genauer angesehen.

 

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Wir wünschen Dir viel Inspiration und gute Ideen für das Jahr 2022!

 

Marketing-Teams setzen immer mehr auf agile Methoden 

Content-Marketing wird weiter agiler – egal ob auf Agentur- oder Marketing-Teams-Seite

Gewohnte Hierarchien verschieben sich nicht nur innerhalb eines Unternehmens, sondern auch im Auftraggeber / Agentur Verhältnis. Stichwort: Zusammenarbeit auf Augenhöhe: Klassisches Briefing war gestern, heute gibt es User Stories, die gemeinsam definiert werden. Verantwortlichkeiten bei der Kreativleistung und Kommunikationsinitiativen liegen neu nicht mehr nur noch bei der Agentur, sondern auch in den Teams. Arbeit als auch Erfolg werden geteilt.

Agiles Arbeiten im Brand-Management: DACH-Region auf gutem Weg mit Luft nach oben

Nicht in allen Bereichen hat sich agiles Arbeiten in DACH durchgesetzt, was zum Teil daran liegt, dass in manchen Ländern Hierarchien noch eine grosse Rolle spielen. Hier werden agile Methoden maximal zur Ideenfindung genutzt, allerdings nicht in Teams mit mehr End-to-end-Verantwortung.

Mirjam Jentschke, die Autorin des Buches "Die Agentur-Kunde-Beziehung: erfolgreich durch Perspektivwechsel" bestätigt das: «In DACH besteht nach wie vor große Unsicherheit, in welchen Bereichen des Brand Managements die agile Zusammenarbeit den meisten Nutzen stiftet. Und teils fehlt auch das Durchhaltevermögen in Unternehmen, das es für eine agile Transformation braucht.»

So kann sich der Wandel eines Unternehmens zum Power-Contenthaus vollziehen

Agenturen können Brands darin unterstützen, Veränderung zu initiieren. Sie können – gerade im Fall von Digitalagenturen – nicht nur die Veränderung spiegeln und agile Routinen mit dem Kunden starten, sondern auch als deren Treiber funktionieren. Sie können Mitarbeiter identifizieren, die bereits ein agiles Mindset mitbringen und nicht nur Spezialisten in ihrem Fachgebiet sind.

«Ein solches Skillset erleichtert die Zusammenarbeit in agilen Teams enorm, ist allerdings auch auf Agenturseite angesichts des Spezialisierungstrends der letzten Jahre noch Mangelware», sagt Mirjam Jentschke.

 

Marken werden zum Content-Powerhaus. Auch, um mehr Videos selbst zu produzieren

Das Social Media Monster hat eine Hauptspeise: Videos! Genau hier drückt bei vielen Brands der Schuh. Wenige Marken schaffen es, mit relevanten Videos dauerhaft auf Social Media präsent zu sein. Das erfordert ein Umdenken. Stefan Huber, Gründer von StoryUp sieht Parallelen zum Journalismus:

“Marketingteams können bezüglich Videoproduktion viel von Redaktionen lernen. Konkret, wenn es um die Produktionsgeschwindigkeit, das Prinzip “Done-is-better-than-perfect” oder die Erfolgsmessung geht. Nicht umsonst bauen immer mehr grössere Brands Newsrooms auf während einige Firmen sich als “Content-Powerhaus” bezeichnen. Marken werden zu Medien und damit werden auch immer mehr Videos inhouse produziert. Egal ob bei grossen Firmen, KMUs oder Startups.”

  
Hier nachlesen: 20 Tipps für Dein Video-Storytelling auf Social Media

 

Warum kann ein Newsroom hier als Vorbild dienen? Er ist Zeichen einer neuen, dynamischeren Form der Zusammenarbeit. In einem Newsroom führt ein Unternehmen Mitarbeiter aus allen Kommunikationsbereichen zusammen, um Themen auf allen Kanälen besser steuern zu bespielen zu können. Nur so entsteht ein konsistentes Bild nach aussen. Dieses bildet eine wesentliche Grundlage, um das Vertrauen der User in eine Organisation oder Unternehmen zu stärken. Ein Newsroom schafft enges Zusammenspiel aller beteiligten Bereiche, erlaubt klare Organisation und kann helfen, Prozesse aufeinander einzuspielen.

Ein Newsroom bindet neben dem Content für Website und Blog auch die neuesten Beiträge aus Facebook, Instagram, YouTube, Twitter & Co. mit ein. Es ist ein neuer Ansatz: Content first.  Die Redaktion des Newsroom entscheidet darüber, was mit dem Content passiert: Ein Blog, ein Video, eine Serie oder nur ein Artikel. Inhalte werden nicht mehr von den Kanälen her konzipiert, sondern vom Thema her.

Testen und direktes Einarbeiten von Kundenfeedbacks ist auch 2022 als ein stetiger Verbesserungsprozess für Sales und Marketingaktivitäten zu sehen.

 

Künstliche Intelligenz als Unterstützung in Kreation und Videoproduktion

«Wer hier Grenzen setzt, hat das Spiel nicht verstanden» sagt Robert Weller, Autor, Blogger, freiberuflicher Desktop-Publisher und Gründer von toushenne.de.

Übertrage menschliches Lernen und Denken auf den Computer, dann hast Du künstliche Intelligenz geschaffen. Sie wird auch 2022 ihren Siegeszug weiter verfolgen. Praktisch ist es schon, nicht jedes Mal neu programmieren zu müssen und den «intelligenten» Computer selbständig Antworten und Lösungen finden zu lassen.

Das kann künstliche Intelligenz bereits heute meistern:

Wie sehr beruhen dann zukünftig Storytelling und Content Creation (Texten, Filmen…)  nicht mehr auf menschlicher Kreativität? Können Maschinen, also Artificial Intelligence oder Machine Learning, das wirklich ersetzen?

Robert Weller ist überzeugt:  «Ob künstliche Intelligenz Texte schreiben kann, hängt stark von der "Tiefe" ab. Produktbeschreibungen, kurze Meta Descriptions oder auch faktenbasierte Texte kann künstliche Intelligenz heute schon besser, vor allem aber schneller als wir schreiben. Überall dort, wo wir uns Gedanken machen – etwa um Zusammenhänge zu ergründen oder neue Idee zu skizzieren – hat künstliche Intelligenz noch keine Chance. Dazu fehlt ihr einfach die (Lebens-)Erfahrung, aus der wir Ideen schöpfen und durch die wir Konzepte bereichsübergreifend konzipieren können.»

 

Hier sind zwei inspirierende Beispiele für erfolgreichen Einsatz künstlicher Intelligenz

Ein Computer komponiert Stage-Musical "Beyond the Fence"

«Beyond the Fence» ist das erste «computergeschriebene» Musical. Die Komponisten arbeiteten mit einer Serie von Machine Learning Models, um den Kreationsprozess deutlich zu beschleunigen. Auch hier noch die Herausforderung der Tiefe: AI komponierte nicht alleine die Musik, entwickelte allerdings basierend auf den Vorgaben der menschlichen Komponisten das Stück deutlich schneller.

 

Campari lässt Federico Fellini wieder auferstehen

Der Kurzfilm über die Geschichte der Anfänge und Entwicklung Fellinis in der Filmwelt, entstand aus dem Zusammenwirken von menschlichen Ideen und AI-Tools. Transkripte von Fellinis Werken wurden analysiert, um Muster in der Sprache und Details zu erkennen, sowie eine visuelle Analyse von Gesichtsausdrücken vorgenommen. Darauf wurden Tools für Scripting und Visualisierung entwickelt. So konnten die Erkenntnisse durch die verbunden werden und die «DANN» Fellinis lebte wieder auf. Die Künstliche-Intelligenz-Tools brachten danach Vorschläge für Drehbuch und Umsetzung. So wurde es zu einem Fellini-Kurzfilm, aber dennoch zu keinem echten.

 

Jobs in der Kreativ- und Medienindustrie werden sich verändern

Auch Martin Szugat ist überzeugt, dass uns künstliche Intelligenz in Zukunft deutlich mehr unterstützen wird – und ist Fan von ihrer Neuinterpretation, der «Augmented Intelligence»: «Es geht darum, den menschlichen Geist zu erweitern. Auf die Sicht der nächsten Jahre halte ich dies für realistischer – insbesondere im Bereich der Kreativ- und Wissensindustrie.»

Somit ist auch eine mittelfristige Veränderung bei der Video-Produktion - zum Beispiel in einem der wichtigsten Bereiche, dem Schnitt - zu rechnen, : «Auch der Videoschnitt ist eine kreative Tätigkeit – immerhin gibt es jedes Jahr einen Oscar für den besten Schnitt! Nur wird sich der Job des Cutters verändern – wie alle Jobs in der Medienindustrie. Weniger repetitive, einfache Tätigkeiten – das kann und macht die künbstliche Intelligenz gut – mehr intellektuelle und kreative Herausforderungen – das kann und macht die menschliche Intelligenz gut.»

Marketer sollten sich 2022 mehr mit den Möglichkeiten von künstlicher Intelligenz beschäftigen. Neue Möglichkeiten können auch in Feldern wie der Distribution und Personalisierung von Content-Angeboten entstehen.

 

Trends im Visual Storytelling - Einfluss TikToks auf Instagram

TikTok legt weiter rasch an Fahrt und Nutzern zu: TikTok nutzen inzwischen 689 Mio. Menschen, die Plattform ist aktiv seit 2017. Zum Vergleich: Instagram, seit 2012 bei Facebook dabei, ist mit rund 1 Mrd. Nutzern viel grösser, aber passt sein Angebot deutlich Richtung TikTok User – Gewohnheiten an. Im Haupt-Feed soll es 2021/2022 mehr Vollbildvideos geben, so wie sie momentan bei TikTok zu sehen sind.  Der Anfang wurde mit Reels gemacht, das Instagram bereits 2020 als TikTok-Kopie in seine App einbaute.

Wird Instagram somit von TikTok abgehängt? Das kann nicht abschliessend beantwortet werden. Die beiden Plattformen haben grundlegen verschiedene Algorithmen und so ist ein paralleles Existieren sehr gut möglich, weiss Matthias Schmid. «Auf TikTok kann ein einzelnes Video erfolgreich werden, egal wie groß die Followerschaft ist, bei Instagram hat man Multiplikation erstmal nur durch die eigenen Follower. Hier sind schnelle Erfolge nicht (mehr) möglich und One-Hit-Wonder schon gar nicht», ist die Einschätzung von Matthias Schmid, Co Founder & Managing Director von Jubel Media.

Seht hier die zwei beliebtesten TikTok-Videos 2021

@totouchanemu

I may not have @maxtaylorlifts dumpy but I do have a drone.

♬ STAY - The Kid LAROI & Justin Bieber

Drone dancing: 314.1M views

@chipmunksoftiktok

Fill the cheeks Squishy, fill the cheeks #fyp #animals #nature #cuteanimals #squishy #chipmunk

♬ original sound - Chipmunks of TikTok

Squishy the chipmunk: 270.4M views

 

Google geht davon aus, dass Videos bereits bis 2025 80% des Internet-Traffics erzeugen könnten. Das bedeutet für Storytelling auf Tiktok, Instgram und Co: kurze und vor allem hochformatige Beiträge. Der User ist dieses Format inzwischen gewohnt und erwartet es praktisch im täglichen Nutzen.

Exkursion: So beeinflusst TikTok bei Online-Käufen im Gegensatz zu Instagram: Das britische Preisvergleichsportal Uswitch hat eine Umfrage unter 4.380 Online-Käufern im Vereinigten Königreich durchgeführt. TikTok ist bei Online- Käufen die größte Inspirationsquelle. Laut der Studie machen 61 Prozent der Befragten ihre Einkäufe von aktuellen Trends abhängig - dabei ist für den Großteil (41 Prozent) TikTok die erste Anlaufstelle, gefolgt von Instagram (27 Prozent), Pinterest (18 Prozent) und YouTube (8 Prozent). Facebook wird anscheinend auf der Suche nach den neusten Trends inzwischen unbeliebter und belegt mit zwei Prozent den letzten Platz.

 

Zoom, Meta & Co. - Videokonferenzen bleiben und Virtual Reality feiert Comeback

Zoom und Co. sind klare Gewinner der Pandemie. Doch wie sieht es aus für die Post-Covid Zeit? Zurück in die Vergangenheit?

Karin Frick, Konsumforscherin vom Duttweiler-Institut sagt gegenüber dem SRF: «Videokonferenzen werden bleiben. Sie bieten zu viele Vorteile gegenüber herkömmlichen Treffen. Sie sind schnell, effizient und billiger. Man kann quasi in der gleichen Zeit drei Zoom-Meetings machen, in der man sonst vielleicht nur ein Meeting schafft. Es gibt hohe Wachstumsraten in diesem Bereich. Die Technologie ist neu. Das heisst, die meisten Menschen steigen erst jetzt um. Sobald alle Videokonferenzen machen, ist das, wie wenn alle ein Smartphone haben. Dann sind die Wachstumsraten nicht mehr gleich gross. Langfristig werden sich die Systeme etablieren, die sicher sind. Diese Systeme werden auch im geschäftlichen Kontext gebraucht und da müssen die Daten sicher sein.»

  
Peinlich, peinlich! Hier unsere Auswahl der grössten Home Office Fail Videos

 

Das sagen die Studien: IDC Whitepaper «Mit Videokonferenzen in die Zukunft»

Für das IDC Whitepaper «Mit Videokonferenzenin die Zukunft», wurden IT Fachleute von Unternehmen mit 2 bis 1.000 Mitarbeitern in Westeuropa befragt.

 

Virtual Reality als holografischer Meetingraum der Zukunft?

Virtual Reality wird weiter entwickelt werden und könnte bald ein Thema anstelle klassischer Videokonferenzen werden:

High-End Virtual Reality-Brillen werden in der Gaming Industrie schon längst erfolgreich eingesetzt. Sie werden auch für andere Industriezweige weiterentwickelt, die ihr Potenzial erkannt haben. Virtual Reality kann in Kombination mit Augmented Reality bei der Projektplanung und in verschiedenen Entwicklungsstufen zur Unterstützung der Arbeitsprozesse eingesetzt werden. Bereiche wie die Immobilienbranche (Zusammenarbeit Architekt/Ingenieur/potenzielle Käufer), die Medizin (Vorbereitung auf komplizierte chirurgische Eingriffe) oder E-Commerce (Funnktionalitätstests in «natürlicher Umgebung» vor dem Kauf).

 

Alles Meta? Virtual & Augmented Reality wird neue Formen der Social Media prägen

Der Begriff Metaverse stammt übrigens ursprünglich aus dem Science-Fiction-Roman «Snow Crash» aus dem Jahr 1992, in dem er eine visuelle Realität bezeichnet, in der Menschen als dreidimensionale Avatare miteinander agieren.

Nicht nur Facebook wird Meta. Soziale Netzwerke werden sich stark an den neuen Möglichkeiten des Web 3.0 orientieren. Keine endlosen Feeds von Memes und Posts, sondern Metaverses geben zukünftig den Ton an. Die Vision: Metaverse soll räumliche Distanzen zwischen Freunden und Bekannten verringern. In virtuellen Räumen, die User gemeinsamen schaffen, soll es die Möglichkeit geben, gemeinsam zu arbeiten, sich auszutauschen, zu lernen oder zu spielen.

 

Ihr seht, vieles bleibt, einiges wird sich weiterentwickeln. Teams werden so im Alltag, der auch in 2022 weiter durch die Pandemie geprägt bleibt, weiter agil und produktiv online zusammenarbeiten können. Wer in agile Arbeitsweisen und -techniken reinschnuppern möchte: Unsere kostenlosen, kurzen Webinare zu Basics agilen Arbeitens finden regelmässig statt.  

  
Hier gehts zu unseren kostenlosen Webinaren

 

 

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