28.06.2021

Visual Storytelling – warum es für alle Zielgruppen funktioniert

Visual Storytelling: Bild+Geschichte. Klingt logisch und einfach. Ist es aber auch so? Ist Storytelling nicht immer visuell, da beim Zuhören oder Lesen ganz eigene Bilder im Kopf entstehen? Geht es mit Bildern, bewegt oder statisch noch schneller? Und wie kann ich das zu meinem Vorteil für einen Pitch oder im Sales/Marketing einsetzen, andere von meiner Vision oder Idee zu überzeugen?

von Birgit Kölliker

 

Daher schauen wir uns zuerst mal an, was eigentlich passiert, wenn ich ein Bild sehe.

Am Anfang ist das Licht. Es ist dabei die Grundlage von allem. In völliger Finsternis sind wir praktisch blind. Das menschliche Auge nimmt Licht aus der Umgebung auf und bündelt dieses auf der Hornhaut. Dadurch entsteht ein erster Seheindruck. Dieses Bild wird nun vom Auge über den Sehnerv weitergeleitet ans Gehirn, dem visuellen Kortex, und dort zu dem verarbeitet, was wir als „Sehen“ erleben. Dort werden die Eindrücke ausgewertet, interpretiert und schließlich zusammengesetzt. Zu dem Bild, das wir schlussendlich sehen und unbewusst mit bereits Erlebtem, Abgespeichertem und Erfahrungen in Verbindung setzen. Sehen löst somit unmittelbar eine Empfindung oder Handlung in uns aus. Das kann Freude, Spannung, Trauer, Wut oder sogar Ekel sein. Bei Erkrankungen des Gehirns, wie zum Beispiel Alzheimer, kann eines der Symptome der Krankheit, die Störung dieser Übertragung vom Sehnerv in die verschiedenen Bereiche sein. Das heisst, man sieht beispielsweise das Bild eines abgebildeten Stuhles, weiss aber nicht mehr, wofür dieser da ist. Es wird keine Aktion oder Emotion mehr ausgelöst.

 

  
Mehr tiefergehende Details gibt es in Petra Sammers «Visual Storytelling» zu lesen

 

Rechte Gehirnhälfte schlägt linke

Wir gehen noch ein Stück weiter in der Funktionalität des Gehirns, das uns erklärt, warum ein Bild oft mehr als tausend Worte sagt. In der linken Gehirnhälfte – der rationalen, für Logik und Systematik zuständigen Seite, wird ebenfalls gelesener Text verarbeitet. Gehen wir auf die andere, rechte Seite, sehen wir uns der kreativen, spontanen und vor allem intuitiven Seite gegenüber. Ihr werdet es erraten haben: Bilder werden auf der rechten Seite ausgewertet. Ein Bild sagt also vor allem schneller mehr als viele Wort. Nicht umsonst bedienen wir uns im Gespräch der Gestik oder skizzieren etwas, wenn etwas zu komplex mit Worten zu erklären ist. 

 

Wie kann ich mich dieser Eigenschaft des Sehens weiter bedienen, um für meine Sache – sei es Idee, Vision, Produkt – rasch starke Emotionen auf der Adressatenseite hervorzurufen? 

Seht hier ein Beispiel

Wir sehen diese Tassen und überlegen direkt, warum sie noch nicht gespült sind? Ob da eine Person viel Kaffee hatte? Oder waren es Freundinnen zusammen beim Samstagsbrunch? Waren sie gut gelaunt, welche Themen haben sie diskutiert? Oder sind es die Überreste einer anstrengenden Sitzung, in der weitreichende Entscheidungen getroffen wurden? Ihr seht, wir sind sofort mittendrin.

 

Wie viel Bild brauche ich? 

Es gibt keinen abschliessenden Faktor, der besagt, wie viel Text oder Bild gut und richtig ist. Schon ein dem Kontext und der Zielgruppe angepasstes Bild kann ein Gamechanger hinsichtlich Verständnis und im-Kopf-bleiben sein und direkt zum Erfolg beitragen. Wenn ein Bild mehrere Ebenen enthält und dadurch bereits Denkanstösse beim Betrachter auslöst, braucht es nicht unbedingt mehrere. Aber bitte merkt euch: Generell müssen sich Bild und Text aufeinander beziehen, um ein integratives Verständnis zu erzeugen. Im Zweifel: agil an die Sache heran gehen und testen. Beim digitalen Einsatz ist das natürlich gut messbar und auch mal schnell ausgetauscht und adaptiert. Die Faustformel besagt: Video vor Bild vor Text. 

Noch mehr sehen übers Sehen? Im Film geht`s um alles rund ums Auge. Mit einem gratis Flashback in die Kindheit.

 

Nachhaltig im Kopf bleiben ist nicht schwer

Ihr seht, Storytelling an sich erzeugt schon Bilder im Kopf des Lesers oder Zuhörers. Ein Schritt weiter, durch die Ergänzung von passenden Visuals, könnt ihr auch Präsentationen, Pitches und vermeintlich trockenen Kontext lebendig gestalten. Eine einfache, gut gegliederte und mit relevanten Visuals ausgestattete Präsentation einer Idee oder Vision wird beim Adressaten nachhaltig im Kopf bleiben. Denn: der Mensch, dem es präsentiert wird, funktioniert beim Sehen genau wie jeder andere. Und das ist das Beruhigende daran: Es braucht keine Raketenwissenschaft, nur ein wenig Ahnung des biologischen Vorgangs «Sehen» und ein paar Werkzeuge, die schnell zu erlernen sind.

 

  
Ihr wollt mehr wissen? Schaut doch mal bei einem unserer kostenlosen Storytelling Webinare rein.

 

 

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